Weniger Stress im Alltag – Teil 1: Meditation

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dsc_0208Die neueste polnische Radiowerbung für Kräuterpillen, die beruhigend wirken sollen, stellt die Frage „wie werde ich den Stress los?” und antwortet einfach: „schnell!”. Die Antwort klingt wunderbar, der Weg dahin ist jedoch nicht ganz risikofrei. Wenn man eine „Scheißegal-Pille” einnimmt, muss man sich nicht wundern wenn man plötzlich während eines Examens die Fragen des Professors ignoriert, weil man sie doof findet (wahre Geschichte!). Ganz zu schweigen von den körperlichen Nebenwirkungen der – zwar Kräuter – aber trotzdem Pillen. Es gibt jedoch andere schnelle und einfache Methoden den Stresslevel zu senken, und zwar – Meditation. Bevor du aber nervös das rote Kreuz aufsuchst, das diese Seite schließt, musst du noch eins wissen – wenn du ein neues Ergebnis erzielen willst, musst du etwas tun, was du noch nie gemacht hast.

Ich habe früher gedacht, dass Meditation nur etwas für Mönche ist und Normalsterbliche, die sich mit Meditation beschäftigen entweder Hippies sind, oder wollen der Realität entkommen. Als ich von den Vorzügen der Meditation erfahren habe, hatte ich immer noch reichlich Vorurteile: ich dachte es wäre nichts für mich, dass es zu mystisch ist, dass ich nicht über mehrere freie Stunden verfüge, dass der Strand zu weit entfernt ist und dass sitzen im Schneidersitz schmerzhaft ist. Wie es sich herausgestellt hat, habe ich viel zu viel Zeit dafür verschwendet über etwas nachzudenken, was ich längst hätte probieren sollen. Die Vorteile des Meditieren lassen sich nicht abstreiten: weniger Stress, sofortige Entspannung, Beruhigen des Körpers und des Verstands. Und das ist lange noch nicht alles.

Weniger Stress und Sorgen

Wer kein Stress empfindet darf den ersten Stein werfen. Vielleicht du – Karrieremensch? Oder du – der sich durch den Dschungel der Unternehmerwelt durchkämpfst? Oder du – Mutter, die NUR zu Hause bleibt und auf die Kinder aufpasst mit 100 unbezahlten Jobs, die jeden Tag ausgeführt werden? Ungewollt ist der Text zur Comedy geworden. Es steht fest – jeder empfindet Stress und eine Sitzung mit Meditation kann ihn innerhalb von einigen Minuten senken.

Bessere Beziehungen

Das ist kein Witz – ein Vorteil von Meditation sind bessere Beziehungen zu unseren Mitmenschen. Es gibt Meditationstechniken, die darauf fokussiert sind und sie können Wunder bewirken! In dem Buch „Calm“ beschreiben die Autoren ihr Konzept wie man eine ruhige Seele erreicht. Sie verbreiten die Idee der Mindfulness (Achtsamkeit) und meinen, dass beim Erreichen vom Glück und innerer Ruhe tägliche Meditation und schreiben eines Tagebuchs behilflich sind. Nur am Rande möchte ich erwähnen, dass die Autoren keine Hippies sind (meine Vorstellung von Meditierenden Menschen früher), sondern international erfolgreiche Unternehmer.

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Im Buch sind einige Meditationstechniken vorgestellt. Eine von ihnen möchte ich euch näher bringen, da bei ihr der Fokus auf Beziehungen liegt. Alles beginnt bei uns selbst. Setz dich bequem hin an einem ruhigen Platz und aktiviere positive Gedanken gegenüber dir selbst. Denk an etwas, was dich stolz macht oder an eine deiner positiven Charaktereigenschaften und kontempliere sie für eine kurze Zeit. Danach richte positive Affirmationen an dich selbst, z.B.: „Möge ich sicher sein“, „Möge ich glücklich sein“, oder „Möge ich gesund sein“. Wiederhole sie einige Male. Dann denk an eine Person, die dir nahe steht und richte an sie positive Affirmationen. Tägliches Wiederholen dieser Übung wird sich positiv auf eure Beziehung auswirken.

Bessere Konzentration

Telefone, Emails, Erinnerungen… ewig klingelt etwas und lenkt uns ab. Dies hat eine permanente Anspannung als Folge, aus der man nur schwer rauskommt. Dadurch fällt es uns schwer uns zu konzentrieren, selbst wenn wir es brauchen. Tägliches Meditieren verbessert die Konzentrationsfähigkeit.

Neue Perspektive, weniger Anspannung, weniger Depression

dsc_0257Meditieren hat positiven Einfluss auf unsere Stimmung und das hat wiederum langfristig eine positive Auswirkung auf unsere Gesundheit. In Krisensituation kann eine neue Perspektive Gold wert sein. Man findet sie einfacher mit einem ruhigen Kopf und Atem.

Mehr Kreativität

Viele kreative Teams arbeiten mit Meditation in ihrem Arbeitsalltag. Hast du eine kreative Blockade? Meditiere! Du kommst garantiert auf neue Ideen.

Wie funktioniert es?

Ich habe eine Frage an dich – welchen Rat würdest du einer jüngeren Version von dir selbst geben zum Beispiel vor 5 Jahren? Mit dem Wissen was passiert ist und was du erlebt hast. Die meisten würden ihren jüngeren alter egos dazu raten, sich weniger Sorgen zu machen, weil alles gut wird. Sich Sorgen zu machen ist kontraproduktiv und Stress fügt nichts Positives unserem Leben hinzu. Wenn wir meditieren, kommen wir früher oder später zu dem Entschluss, dass egal was passiert, es gibt eine Konstante, auf die wir immer zählen können und das gibt uns Sicherheit. Wenn wir uns auf unseren Atem konzentrieren wird uns klar, dass er immer für uns da ist und das ist der erste Schritt zur Ruhe. Die Erfinder der App headspace vergleichen es mit dem Konzept des blauen Himmels, der egal ob Sturm oder Sonne, ständig da ist, auch wenn über den Wolken. Meditieren vertreibt nicht die Stürme, die uns im Leben passieren, aber sie verhilft uns zur Klarheit, so dass wir die Hindernisse überwinden können.

Wie fängt man an?

Wenn du nicht weißt, wie du anfangen sollst und es dir selbst nicht zutraust einige Minuten zu sitzen und nichts tun kann ich dir die oben genannte app und Internetseite headspace.com empfehlen. Sie führen dich durch eine 10-minütige Meditation und dabei lernst du alle nötigen Techniken.

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Wenn du es lieber selbst versuchen möchtest: setz dich bequem hin und atme einige Mal tief ein und aus. Mach die Augen zu und beobachte wie sich dein Körper fühlt und wie deine Stimmung ist. Versuche es nicht zu beurteilen, beobachte nur. Danach konzentriere dich ca. 10 Minuten lang auf deinen Atem. Wo spürst du ihn? Lass deine Gedanken kommen und gehen und komme immer wieder zu deinem Atem zurück. Am Ende mach die Augen auf und nimm dir etwas Zeit um zu bemerken wie du dich jetzt fühlst und es mit dem Gefühl am Anfang zu vergleichen – ich garantiere – es wird dir um einiges besser gehen!

Meditation scheint zu einfach zu sein, um so einen großen Einfluss auf die Lebensqualität zu haben. Und doch ist es in der heutigen verrückten Welt so, dass es gegen den Mainstream ist, sich eine Pause zu gönnen, um nur zu atmen. Jedoch ist es die höhere Produktivität und Aufmerksamkeit wert. Je größer die Aufmerksamkeit, umso größer die Freude am Alltag. Es reicht schon ein bisschen Ruhe und einige Minuten nur für sich selbst.

Wie sind eure Strategien um den Stress zu bewältigen?

Bis bald!

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